DMSO – Dachmittel in der Naturheilkunde

Dimethylsulfoxid, abgekürzt DMSO, eine simple Natursubstanz bestehend aus einem Schwefel-, einem Sauerstoff-, zwei Kohlestoff- und sechs Wasserstoffatomen findet sich überall auf dem Planeten verteilt – in der Luft, im Boden und im Wasser. Die Zufallsentdeckung seiner vielfältigen therapeutischen Wirksamkeit Anfang der 1960er Jahre beförderte das flüssige DMSO in rasantem Tempo weltweit in die medizinisch-wissenschaftlichen Forschungslabors. Von einem Funktionär der US-Pharmaindustrie wurde es sogar einmal als „Jahrhundertmittel“ bezeichnet. Und selbstverständlich gab es damals Beipackzettel für DMSO. In Form von Mischungen, Gel, Salben, aber auch als Ampullen für Injektion/Infusion, wurde DMSO bis ungefähr Anfang der 80er Jahre gerne von Ärzten eingesetzt, bevor es dann wieder weitgehend von der institutionellen Arzneimittel-Bühne verschwand. Dafür gab es viele Gründe. Einer davon ist die Erklärungsbedürftigkeit dieses natürlichen Mittels im therapeutischen Einsatz – eine Sache die in der modernen Schnelllebigkeit keinen Platz mehr zu haben scheint. Wo ist der Beipackzettel?

Diese Frage wurde in uns gleich einem Programm in den vergangenen wenigen Jahrzehnten angelegt, seit wir nicht mehr intuitiv-kreativ-virtuos Hausmittel anwenden und eigenverantwortliche Erfahrungsmedizin betreiben. Wir sind inzwischen gewohnt, dass, zusammen mit einem Mittel, auch die Informationen „wo gegen (oder hoffentlich wofür), wieviel, wie oft, wie lange“ geliefert werden. Wir misstrauen unserer eigenen Wahrnehmung, unserem Körpergefühl, mit dessen Hilfe unsere Vorfahren fast spielerisch warme Zwiebelsäckchen, Quark Wickel, Borax Lösungen, Natron Pulver, Wasserstoffperoxid, (richtige) Sonnen Bäder und vieles mehr äußerst erfolgreich therapeutisch anwendeten.

Das schöne ist nun, das durfte ich in den vergangenen Jahren seit der Veröffentlichung von „Das DMSO-Handbuch“ unzählige Male erleben, dass ich zwar vielen Menschen damit eine Art Beipackzettel für dieses wunderbare Mittel liefern konnte, diese jedoch schon nach kurzer Zeit das DMSO tatsächlich in vielfältiger Weise selbstverantwortlich anwenden und ihre ganz eigenen Erfahrungen machen. Die erste Frage also, „wofür“, beantwortet sich auf der Basis des eigenen Ausprobierens oft von selbst. DMSO hat so zahlreiche, auch medizinisch-wissenschaftlich nachgewiesene Wirkungen, dass die gesamte Aufzählung von einzelnen Indikationen für einen Beipackzettel zu lang wäre.

DMSO hat sich zum Dachmittel in der Naturheilkunde gemausert, weil es drei „Personen“ in sich vereint. Es ist gleichzeitig erstens ein eigenständiger Wirkstoff, zweitens ein Partner zur Wirkverbesserung für andere Mittel/Verfahren und drittens das beste Auszugsmittel für die Herstellung von „Tinkturen“ aus Heilpflanzen und andere Naturmaterialien. Dabei erklären sich diese übergeordneten Möglichkeiten einer einzigen Substanz sehr einfach. Dimethylsulfoxid hat als Flüssigkeit die außergewöhnliche Eigenschaft wasserlösliche (hydrophile) und fettlösliche (lipophile) Stoffe gleichermaßen gut aufzunehmen! Dadurch wird es in jedem Sinne zu einem Kanalöffner in lebenden Organismen – Pflanzen, Tieren, Menschen. Sie alle besitzen zahlreiche Verteilungsräume und die Vermittlung zwischen wasser- und fettlöslich ist eine zentrale Erfordernis für alle Austausch- und Transportprozesse in unserem Körper und damit der Möglichkeit des gesunden Lebens. Dabei dürfen wir uns daran erinnern, dass Hippokrates (wie viele andere) die Anschauung vertrat, dass Gesundheit der natürliche Zustand ist, zu dem ein Organismus also auch von Natur aus strebt. Es gilt deshalb „lediglich“ die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die diesen natürlichen Zustand, bzw. das Streben dorthin, unterbinden. Dazu ist der Kanalöffner DMSO prädestiniert, denn ganz gleich ob wir die antike Säftelehre zu Rate ziehen oder die aktuellsten biochemischen Erkenntnisse aus den Forschungslabors – Physiologie, das „richtige“ Funktionieren aller biochemischen Vorgänge, beruht auf dem ungehinderten Transport von Stoffen – rein und raus!

Als Dachmittel kann DMSO auch gesehen werden, weil es in einer Substanz tatsächlich und in einzigartiger Weise alle drei alchemistischen Prinzipien, Körper, Geist und Seele, also das was wir heute als ganzheitliches Konzept in der Therapie bezeichnen, repräsentiert. Erstens ist das flüssige DMSO stark Tropfen bildend, denn die Polarität im Molekül beträgt 3,96 Debey und damit mehr als doppelt so viel wie diejenige von Wasser (1,84 D). Das Tropfen bildende, flüssige Element wurde dem Geist zugeordnet. Zweitens ist DMSO brennbar und enthält Schwefel. Der flüchtige Sulfur wurde der Seele zugeordnet. Und drittens wird DMSO schon unterhalb von 18,5 °C fest/kristallin. Diese Temperatur ist mehr als doppelt so hoch wie kontinentale Durchschnittstemperaturen und genau die Hälfte unserer Köpertemperatur. Das feste Element wurde dem Körper zugeordnet.

Doch zurück zu modernem Wissen, das wir auch in der Schule gehört haben. DMSO ist in jedem Verhältnis mit Wasser mischbar und vermag, aufgrund der schon erwähnten, äußerst hohen Molekülpolarität, die strukturellen Kräfte im Wasser zu lösen. Diese strukturellen Kräfte haben im naturwissenschaftlichen Schulunterricht einen Namen: Wasserstoffbrücken-Bindungen. Sie erinnern sich bestimmt. Die momentane Aufhebung der Wasserstoffbrücken-Bindungen äußert sich beim Vermischen der beiden Flüssigkeiten DMSO und Wasser in einer spontanen Wärmeentwicklung, die in diesem hohen Ausmaß ein sehr seltenes Naturphänomen ist. Genau dieser Vorgang, die momentane Auflösung der strukturellen Kräfte zwischen den Wasser-Molekülen beim „Kontakt“ mit DMSO-Molekülen, ist grundlegend für die erstaunlich vielseitigen Wirkungen, die sich im Körper entfalten, wenn wir DMSO äußerlich oder innerlich anwenden. Es kommt zu einer Umorientierung im Wasser, die zum Beispiel lokale Viskositäts- oder Durchlässigkeits-Änderungen ermöglicht. 

Wenn es also um das „wofür“ geht, das heißt bei welchen Indikationen DMSO hilfreich eingesetzt werden kann, so kommen alle Symptome und Erkrankungen in Frage, deren Ursachen in erschwertem biochemischem Stofftransport und behinderten Austauschprozessen zu vermuten sind. Das sind sehr sehr viele. DMSO wirkt nachweislich Entzündung hemmend, Schmerz lindernd, Ödeme reduzierend, Gefäß erweiternd, Muskeln relaxierend, Radikal löschend, Blutviskosität verbessernd, Wundheilung fördernd, Sauerstoffsättigung verbessernd, Anti-sklerotisch, Zellfunktion und Zelldifferenzierung fördernd, Narben glättend, Bindegewebequalität verbessernd, Zell schützend, Diffusion fördernd, Parasympathikus Aktivität steigernd, Lebenszyklus, Teilung und Apoptose von Zellen modulierend, … . Fachliteratur aus über 50 Jahren gibt es dazu mehr als genug. Es ist also wesentlich hilfreicher DMSO zu verstehen, als vorgefertigte Texte von einem Beipackzettel abzulesen.

Hier ein aktueller Anwenderbericht: Sehr geehrter Herr Dr. Fischer, es wird höchste Zeit, dass ich mich bedanke. Da ich ihr Buch und DMSO schon ca. 2 Jahre für verschiedene Wehwehchen erfolgreich genutzt habe, entschied ich mich nun für folgende Eigenbehandlung wegen Glaukom: Eine 10%ige DMSO-Lösung habe ich auf die geschlossenen Augen aufgetragen. Nach ca. 20 min verschwand der Druckschmerz. Bei erneutem Druck wieder aufgetragen. Letzter Augenarztbesuch: Druck 14. Bindehaut sehr gut. Seit Oktober jeden Abend 1 Tropfen DMSO 3% von alchemist.de. Ich bin zufrieden. Mit Spannung erwarte ich ihre interessanten Monatsbriefe. Viele liebe und dankbare Grüße H. P. Klee

Diese Zuschrift zeigt beispielhaft, dass DMSO intuitiv angewendet werden kann, wenn man vier einfache Grundregeln beachtet:

Das reine, pharmazeutische DMSO wird für die verschiedensten Anwendungen sinnvoll verdünnt. Dazu mehr im nachfolgenden Abschnitt „wieviel“.

Wenn möglich werden zum Lagern, Abmessen, Mischen und Anwenden von DMSO ausschließlich Hilfsmittel aus Glas, Porzellan oder Metall verwendet. Dies sind etwa Pipetten Fläschchen, Messzylinder, Teelöffel, Eierbecher, Schnapsgläser, etc.. Will man Behältnisse oder Abmesshilfen aus Kunststoff verwenden, so sollten diese entweder aus HDPE sein oder ganz einfach mit reinem DMSO vorgespült werden, damit die Kunststoffoberfläche, die mit DMSO in Berührung kommt, von Weichmachern, UV-Stabilisatoren, Formtrennmitteln u. a. industriellen Produktionshilfsmitteln befreit wird. Dies sind z.B. Einwegspritzen, Pasteurpipetten, Löffel, Flaschen, Sprühköpfe, … . Bei diesem Thema würde ich jedoch nicht übertreiben. So kursieren teilweise Gerüchte, dass der Kautschuk, aus dem die Pipetten Hütchen auf den Braunglasflaschen gefertigt sind, „ganz schlimme Dinge“ freisetzen würde. Solche kleinen Kontaktflächen, insbesondere zu Kautschuk, der ja bekanntermaßen aus Polybutadien besteht und üblicherweise keine weiteren Füllstoffe enthält, spielen meiner Meinung nach keine Rolle. Im Übrigen würde sich eine Wechselwirkung zwischen diesen Hütchen und DMSO sehr schnell in Rissbildung, Verfärbung usw. zeigen, was augenscheinlich nicht der Fall ist, denn meine Pipettenfläschchen verwende ich schon jahrelang. Es geht also mehr um große Flächen von Billigkunststoffen, wie eben erwähnt bei den Einwegspritzen, die aus PP gefertigt werden und zum Abmessen sehr beliebt sind. Es spielt noch ein zweites Thema mit hinein, nämlich wenn es um die Verwendung von DMSO für Infusionen und Injektionen geht. Hier halte ich es für äußerst wichtig, sterile, vorverdünnte (!) DMSO-Lösungen zu verwenden, die man dann mit einer Spritze aufzieht. Hier kann das Vorreinigen mit DMSO aus offenen Flaschen natürlich nicht angewendet werden und deshalb macht man sich die Tatsache zu nutzen, dass verdünntes DMSO, insbesondere unter 20% Gehalt, keine besondere Neigung mehr zeigt, oben erwähnte industriellen Stoffe von Kunststoffoberflächen aufzunehmen. Deshalb empfehle ich an dieser Stelle dringend für Infusionen und Injektionen ausschließlich die Rezeptur-Ampullen von der Viktoria-Apotheke in Saarbrücken für die Therapie in eigener Praxis zu verwenden. Diese sind auf 15% DMSO Gehalt eingestellt! Ampullen zu verwenden, die reines DMSO enthalten, ist schon seit den 70er Jahren, und, wie man erstaunt zur Kenntnis nehmen muss, immer noch, ein Anwendungsfehler! Schließlich ist man gezwungen, den Ampullen-Inhalt mit Spritzen aufzunehmen um Infusionen oder Injektionen vorzubereiten. Dementsprechend gelangen größere Mengen unerwünschter Stoffe mit in die Rezeptur. Beachte: Die Innenfläche einer 10 oder 20 ml Spritze ist um ein Vielfaches größer als etwa die innere Kontaktfläche eines Schraubdeckels auf einem Braunglasfläschchen. Wie gesagt, würde ich das ganze Thema nüchtern-sinnvoll behandeln, in Anbetracht der vielen „Umweltgifte“ denen wir ausgesetzt sind. Doch bei den Infusionen und Injektionen sollte man keinen Kompromiss eingehen. Für alle anderen Anwendungen, vor allem äußerliche, ist die „Vorspülmethode“ mit DMSO völlig ausreichend.

Bei allen äußerlichen Anwendungen ist darauf zu achten, dass die Haut frei ist von jeglichen industriell-kosmetischen Produkten! Jeder kann sich selbst ein Bild davon machen, welche bedenklichen Substanzen die Kosmetik-Industrie in einer Vielzahl für ihre Zubereitungen benutzt, indem man einen Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe wirft (dies gilt natürlich auch für pharmazeutische Produkte). Dabei spielt es in der Tat keine Rolle, wie teuer die Produkte sind und ob sie aus Paris oder London oder Madrid kommen. Lediglich selbst gemachte Kosmetik auf der Basis von reinen, unerhitzten Pflanzenfetten, birgt nicht die Gefahr einer Einschleusung von bedenklichen Substanzen in tiefere Hautschichten, wenn DMSO parallel angewendet wird. Mehr noch: Selbst gemachte Hautpflegemischungen kann man mit DMSO hilfreich direkt kombinieren. Auch bei diesem Thema gilt es sachlich zu bleiben – eine normale Hautreinigung ist völlig ausreichend um sicher zu stellen, dass Industrie-Kosmetik von der Haut verschwindet.

Es ist zu beachten, dass DMSO auch erwünschte und unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen kann. Zu den erwünschten, also der eigentlichen Wirkung zugeordneten, Nebenwirkungen gehören etwa vorübergehende Hautrötung (ausschließlich bei äußerlicher Anwendung) aufgrund Durchblutungsverbesserung, vermehrter Speichelfluss, der andeutet, dass DMSO den Parasympathikus aktiviert, was verschiedene Drüsenfunktionen und eben auch die Speicheldrüsen aktiviert. Eine weitere viel diskutierte Nebenwirkung ist die Geruchsbildung in der Ausatemluft kurze Zeit nach der Verabreichung von DMSO. Es handelt sich um das Reduktionsprodukt von Dimethylsulfoxid, das diesen Geruch hervorruft, nämlich das Dimethyl-Sulfid. Sulfide entstehen beispielsweise auch im Körper nach dem Verzehr von Knoblauch und sind für menschliche Nasen vor allem in Westeuropa meist ungewohnt. Je nach Reduktasen-Aktivität ist das Ausmaß der Geruchsbildung individuell sehr unterschiedlich. Gerade eben schrieb mir eine Ärztin wieder einmal von einer Patientin, die nach DMSO-Verabreichung überhaupt nicht riecht – andere sprechen von starken Ausdünstungen der Richtung „Brokkoli, Maggi, Dosenmais, Knoblauch, u.v.a.. Insofern hat der alte Witz seine Berechtigung, dass es für DMSO nur eine Kontraindikation gäbe, nämlich Kinderwunsch … . Allerdings haben organische Sulfide (nicht zu verwechseln mit Sulfit, das etwa zur Haltbarmachung von Wein oder Wurst eingesetzt wird und „Kopfweh“ verursacht!) den Vorteil, dass sie Übergangsmetall-Atome und -Ionen komplex binden können. Sie tragen deshalb zur sanften Ausleitung solcher Metalle bei, zu denen unter anderem Cadmium, Palladium, Quecksilber und Titan gehören. Nun, das wussten wir eigentlich schon, denn deshalb wurde auch seit jeher der Knoblauch zum Verzehr empfohlen.

Zu den tatsächlich unerwünschten Nebenwirkungen, die jedoch trotzdem mit der Wirkung des DMSO verknüpft sind, gehören zum Beispiel vorübergehender Schwindel, Kopfdruck, Müdigkeit aufgrund der Gefäß erweiternden Wirkung, die zu Blutdruckabfall führen kann. Dies habe ich persönlich jedoch lediglich bei der Verabreichung größerer Mengen DMSO per Infusion erlebt, insbesondere nach direktem Aufstehen von der Liege.

Dimethylsulfoxid wird in pharmazeutisch geprüfter Reinheit mit der Bezeichnung DMSO Ph. Eur. eingekauft. Es gibt inzwischen, aufgrund der enormen Verbreitung um das DMSO-Wissen, glücklicherweise viele Internetanbieter, die diese Qualität liefern. Ebenso gibt es Anbieter, die auch anwendungsfertige DMSO-Mischungen im Sortiment haben. Dazu gleich mehr. Verschiedene Einkaufsempfehlungen finden sich auch auf meiner Internetseite. Ebenso FAQ’s zum Einsatz von DMSO und Leserbriefe.

Nun zu den Fragen „wieviel, wie oft, wie lange“. Alles sehr einfach!

Wieviel? Für äußerliche Anwendungen wird DMSO mit wässrigen Verdünnungsflüssigkeiten in sinnvollen Verhältnissen gemischt. Pures DMSO wird lediglich punktuell zum Beispiel zum Betupfen von Aphthen, Warzen, Herpesbläschen, Muttermalen u. ä. angewendet. Die Auswahl der jeweiligen wässrigen Verdünnungsflüssigkeit richtet sich nach dem Anwendungsziel. Bewährte Verdünnungsflüssigkeiten sind Magnesiumchlorid-Lösung 12%ig (oder andere Magnesium-Salze in Lösung), isotonisches Meerwasser, Wasserstoffperoxid 3%, kolloidales Silber Wasser, Procain Lösung 2%, Thermalwasser, Eigenurin, … . Die jeweiligen Vorteile dieser verschiedenen Flüssigkeiten für die Verdünnung von DMSO bei unterschiedlichen Symptomen ergeben sich logisch: Für infektiöse Stellen/Symptome ist Wasserstoffperoxid oder kolloidales Silberwasser sinnvoll, für den Bewegungsapparat Magnesiumchlorid-Lösung, für Schmerzen Procain-Lösung, für Anwendung auf Schleimhäuten isotonische Wässer, für allergische Reaktionen an der Haut/Schleimhaut Eigenurin, für Schönheits-Zwecke Thermal- oder Meerwasser. Man nutzt also bei der ohnehin notwendigen Verdünnung des puren, pharmazeutischen DMSO die zusätzlichen und synergistischen Wirkungen der Verdünnungsflüssigkeiten zugleich als Mittel-Kombination – das macht Sinn. Wasser alleine als Verdünnungsflüssigkeit ist mir zu langweilig. Folgende Verdünnungen bzw. DMSO-Konzentrationen haben sich bewährt: DMSO 60% für alle Symptome des Bewegungsapparates an Gelenken, Muskeln, Sehnen, Faszien und ebenso zur Narbenbehandlung. Falls man sehr empfindliche Haut hat, kann auch eine 30%ige Lösung verwendet werden. Man kann diese Lösungen, etwa mit Magnesiumchlorid, anwendungsfertig kaufen oder selbst aus den Komponenten mischen. Im letzteren Fall werden einfach 6 Teile pharmazeutisches DMSO und 4 Teile Magnesiumchloridlösung 12% zusammen gemischt. Für 100 ml einer solchen Mischung benötigt man also 60 ml DMSO und 40 ml Magnesiumchloridlösung 12%. Für die Anwendung von DMSO-Lösungen als Nasen- und Ohrentropfen sind 15%ige Mischungen angezeigt. Diese gibt es ebenfalls anwendungsfertig oder man mischt selbst 1,5 Teile DMSO und 8,5 Teile Verdünnungsflüssigkeit. Im Falle der Ohren-/Nasentropfen verwende ich dazu gerne isotonisches Meerwasser oder isotonische Magnesiumchlorid-Lösung. 10%ige DMSO Lösungen werden hilfreich im Bereich Kosmetik/Anti-Aging eingesetzt. Als Verdünnungsflüssigkeit kommt isotonisches Meerwasser oder Thermalwasser zum Einsatz. Thermalwasser enthält die Sulfate von Natrium, Magnesium, Kalium und Calcium, die allgemein Haut beruhigend wirken. Zusammen mit DMSO ergibt sich ein angenehmer, Haut regenerierender Effekt zum Beispiel als Gesichtsspray auf feuchter Haut angewendet. DMSO 3%ig hat sich als Augentropfen vielfach bewährt – sowohl bei degenerativen, als auch bei entzündlichen Augensymptomen. Hier wird ebenfalls mit isotonischen Lösungen verdünnt. Entweder die simple Kochsalzlösung 0,9% aus einer Apotheke oder isotonisches Meerwasser. Eigenmischungen kann man mit Hilfe eines simplen Steril-Spritzenfilters, Porengröße 0,2 Mikrometer, reinigen. Anwendungsfertige DMSO 3% Lösungen gibt es jedoch inzwischen auch bei Apotheken und im Internet. Die niedrigste DMSO-Konzentration mit ca. 0,1 bis 0,2% DMSO Gehalt wird für Inhalationen benutzt. Hier haben sich ca. 5 bis 10 Tropfen DMSO Ph. Eur. in 20 Milliliter Salzlösung für die Inhalation bewährt.

Für die orale Anwendung von DMSO werden übliche Mengen von ca. 5 bis 15 ml DMSO in einem 0,3 l Getränk verrührt. Das entspricht ca. 2 bis 6 Teelöffel.

Für Injektionen/Infusionen werden sterile, vorverdünnte 15%ige DMSO-Lösungen benutzt und gegebenenfalls noch mit isotonischer Kochsalzlösung vermischt. Für eine übliche 500 ml Infusion werden 50 ml der 15%igen sterilen DMSO-Lösung aus der Stechflasche in die Kochsalzlösung überführt. Dies entspricht einer Konzentration von ca. 1,36% DMSO-Gehalt (7,5 Gramm DMSo in 550 ml Gesamtvolumen). Verwendet man eine 250 ml Infusionslösung so ergibt sich eine DMSO-Konzentration von ca. 2,7% bei Verwendung einer DMSO-Ampulle. Injektionen können mit maximal 15%igen DMSO-Lösungen i.c., s.c., i.v., i.a. und i.p. geführt werden. Für i.m. Injektionen empfiehlt sich die weitere Verdünnung mit Kochsalzlösung und eventuell Procain-Lösung 2%ig.

Wie oft? Anwendungen mit DMSO werden meist einmal täglich durchgeführt. Ausnahmen hiervon sind die Behandlung der Augen sowie starke, akute Symptome, bei denen DMSO auch mehrfach täglich angewendet werden kann. Die DMSO-Augentropfen können bei chronischen und akuten Symptomen bis zu 8 mal täglich benutzt werden. Die orale Anwendung von DMSO sollte man auch bei sehr starken Symptomen auf maximal 2 bis höchstens 3 mal täglich beschränken. Äußerlich lokale Anwendungen auf der Haut bedürfen, bei mehrfacher Anwendung täglich, einer zusätzlichen Hautpflege, da diese sonst trocken und sogar rissig werden kann. Pflegemaßnahmen sind mit reinen natürlichen Fetten oder Aloe Gel durch zu führen. Keine Industrie-Kosmetik!

Wie lange? Die Dauer des Einsatzes von DMSO sollte intuitiv oder anhand der eigenen Körperwahrnehmung oder dem Verlauf der behandelten Symptomatik sinnvoll begrenzt werden. Hier gibt es bewusst keine Vorgaben. Ein Dauereinsatz von DMSO, wie auch von jedem anderen Naturheilkundlichen Mittel, wiederspricht dem Anspruch auf ganzheitliche Behandlung, wonach es sich bei den eingesetzten Substanzen immer um Werkzeuge handelt, mit denen man dem Körper lediglich Impulse zur Heilung gibt. Ein Mittel, genauso wenig wie ein Therapeut, heilt nicht – dies kann nur der Organismus selbst. Im Falle von DMSO ist der Impuls die „Kanalöffnung“, wie eingangs beschrieben.

Eine sehr häufig gestellte Frage ist die mögliche Wechselwirkung zwischen DMSO und den zahlreichen anderen Medikamenten, die in der institutionellen Medizin eingesetzt werden und mit denen viele, vor allem ältere Patienten, „gesegnet“ sind. Hierzu darf man berücksichtigen, dass die meisten heute eingesetzten Arzneimittel zur Zeit der intensivsten DMSO-Forschungen bis Anfang der 80er Jahre, noch gar nicht auf dem Markt waren. Dementsprechend gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen dazu. Handelt es sich um kleinmolekulare Stoffe, dies trifft für die meisten Arzneimittel zu, so ist mit einer Wirkverstärkung dieser zu rechnen. Entsprechend sollte man bei Menschen, die viele „andere“ Tabletten schlucken, das DMSO zunächst sehr niedrig dosieren und beobachten. Gesicherte Verstärkungs-Wirkungen gibt es mit Kortison, Schmerzmitteln (sowohl NSAR als auch Morphin/Opioide), Insulin (Sekundär-Effekt, obwohl Insulin ein großes Molekül ist – Verbesserung der Rezeptoren Ansprechbarkeit!) und verschiedenen Psychopharmaka. Wichtig: Aufgrund neuerer Erfahrungen rate ich dringend davon ab DMSO zusammen mit Antibiotika (verschiedene Substanzklassen) und Chemo-Therapeutika zu verwenden. Die Verwendung solcher Mittel ist explizit bei Patienten nachzufragen, bevor man DMSO anwendet. Die gemeinsame Anwendung von DMSO und solchen Arzneien hat in den letzten Jahren in insgesamt vier mir bekannt gewordenen Fällen dazu geführt, dass sich, als selten und sehr selten gelistete, Nebenwirkungen der Antibiotika/Chemo-Therapeutika einstellten. Dazu gehörten das spontane Auftreten von großflächigen Hämatomen, generalisierte Allergien u. a.. Auf den Punkt gebracht ist also aus meiner Sicht die zeitgleiche Einnahme von Antibiotika/Chemo-Therapeutika die bisher einzige, wirkliche Kontraindikation für den Einsatz von DMSO, gleichgültig in welcher Anwendungsform äußerlich oder innerlich!

Ausblick: DMSO ist eine wunderbare heilende Flüssigkeit, die vielfältig und eigenverantwortlich bei unterschiedlichsten Symptomen eingesetzt werden kann. Ein echtes bewährtes Hausmittel und gleichzeitig praxistaugliche Arznei. Die Einsatzgebiete reichen von Verletzungen, Symptomen des Bewegungsapparates und der Haut sowie Schmerzen unterschiedlichster Genese bis hin zu akuten und chronischen Infektionen, Allergien, Autoimmun-Bildern und Ablagerungserkrankungen. Auch für die Behandlung von Tumorerkrankungen hat sich DMSO in Kombination mit Oxidantien (Artemisinin, H2O2, Ozon, CD, …) organischen Farbstoffen (Hämatoxylin, Bengalrosa) oder kleinmolekularen Interventions-Substanzen wie DCA und Furfural als erstaunlich wirksam gezeigt. Ebenso ist Dimethylsulfoxid ein Kombinationsmittel, dass in Praxen und Kliniken die bewährten und bestehenden naturheilkundlichen Therapieformen hervorragend erweitert und in ihrer Wirkung verbessert. 6 Jahre nach der Veröffentlichung von „Das DMSO-Handbuch“, das inzwischen die Stückzahl von mehr als 100.000 verkauften Exemplaren überschritten hat und zum Bestseller wurde, darf man zur Kenntnis nehmen, dass dieses simple Mittel offenbar begeistert von Menschen, die seine erstaunlichen Wirkungen selbst erfahren haben, an Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Nachbarn weiter empfohlen wird. Es gehen täglich Emails mit Schilderungen von hervorragenden Anwendungsfällen ein – sowohl von Privatanwendern als auch von Therapeuten. Der Erfahrungsschatz wächst auf diese Weise enorm. Insofern hat DMSO, das Mittel selbst, eine sehr wichtige Botschaft in die Welt getragen, die zentraler Gedanke meiner Arbeit ist: die Medizin soll, darf und muss wieder zu den Menschen!

Dr. Hartmut Fischer

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