Es gibt verschiedene Ernährungsformen und Diäten, die eine ketogene Ernährung empfehlen und beinhalten. Aber was ist das eigentlich?

Wenn wir essen, lässt sich die Zusammensetzung der Lebensmittel in drei große Bausteine aufteilen: Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette.
Bei der ketogenen Ernährung wird der Kohlenhydratanteil stark reduziert, der Proteinanteil bilanziert – nicht zu viel, nicht zu wenig – und der Fettanteil deutlich erhöht.
Dadurch soll es dem Körper gelingen, in einen besonderen Stoffwechselzustand zu gelangen: die Ketose – manchmal auch als „Hungerstoffwechsel“ bezeichnet. Ernährt man sich nach diesen Prinzipien, kann man auch damit abnehmen, sofern man übergewichtig ist. Übrigens geht es nicht darum, ohne Nachzudenken Unmengen fetter Lebensmittel zu futtern. Die Wahl der Fette und die richtige und ausreichende Ergänzung mit Gemüse sind auch von Bedeutung.

Natürlich gibt es Abstufungen bei den Ernährungsformen, die oft zitierte „Atkins-Diät“ ist ein sehr extremes Beispiel. Viel ausgeglichener und in unseren Augen ansprechender und gesünder geht es beispielsweise bei der LOGI-Diät zu, die viel mehr eine dauerhafte Ernährungsumstellung ist.
Durch die Reduzierung der Kohlenhydrate in der Ernährung, und hier sind insbesondere diejenigen Kohlenhydrate gemeint, die „leere“ Energie liefern, wie Zucker und stärkereiche Weißmehlprodukte, kommt es zu weniger Blutzuckerschwankungen. Dadurch wird weniger Insulin ausgestoßen. Außerdem wird vermehrt Glukagon freigesetzt, ein Gegenspieler des Insulins, was wiederum eine Freisetzung von Fettsäuren aus unserem Fettspeicher begünstigt.

Wieviel Gramm Kohlenhydrate täglich aufgenommen werden dürfen, ist unterschiedlich. Sehr strikte Diäten schreiben maximal 30 g vor, andere lassen mehr zu. Das ist abhängig vom erwünschten Ziel. Und nicht jede Low Carb-Ernährung führt automatisch in die Ketose.
Wenn unserem Körper kein Zucker zur Verfügung steht und die Glykogenreserven in der Leber, die uns als Speicher zur Verfügung stehen, aufgebraucht sind, schaltet der Stoffwechsel gezwungenermaßen um. Er beginnt nun, vermehrt freie Fettsäuren zu verwerten und dadurch Energie zu gewinnen. Die freien Fettsäuren erhalten wir aus Fett.

Die Fettsäuren werden bei reichlichem Angebot ab einem bestimmten Punkt in der Leber in Ketonkörper verwandelt, diese wiederum kann auch unser Gehirn
zur Energiedeckung nutzen.

Besonders die mittelkettigen Triglyceride (MCT), wie sie natürlicherweise auch in der Kokosnuss vorkommen, werden direkt zu Ketonkörpern verstoffwechselt. Mittlerweile gibt es spezielle MCT-Öle, die im Wesentlichen aus den MCT bestehen. Auch hier gibt es große qualitative Unterschiede.
Eine Ketose wird auch bei bestimmten Erkrankungen als Therapie angestrebt. Eine bestimmte Form der Epilepsie bei Kindern, die nicht oder nicht ausreichend auf Medikamente anspricht, kann durch eine streng ärztlich überwachte ketogene Diät klinisch verbessert werden.
Auch bei Krebspatienten wurde und wird diese Ernährungsform schon angewendet. Dadurch wird den Tumorzellen eine wichtige Lebensgrundlage, nämlich Zucker, entzogen. Unsere gesunden körpereigenen Zellen können sich jedoch darauf einstellen.
Eine vegetarische ketogene Ernährung ist durchaus möglich, wenn auch hier eventuell eine Umstellungsphase eingeplant werden sollte.

Eine ausreichende Proteinversorgung und die richtigen fettreichen Lebensmittel, die bei einer vegetarisch ausgerichteten Umstellung von Bedeutung sind, gilt es zu beachten. Dazu gehören z. B. Eier, Milchprodukte,
in Maßen Lupinen- und auch Sojaprodukte, Nüsse, Avocados, Kokosöl und einige andere Pflanzenöle. Eine abwechslungsreiche Ernährung unter Beachtung der Kohlenhydratmenge ist natürlich hier besonders wichtig. Den Kohlenhydratanteil in der Nahrung zu wissen, ist ein wichtiges Hilfsmittel, um eine erwünschte Ketose des Körpers erreichen zu können.

Jedem sei empfohlen, sich vor einer Ernährungsumstellung mit der Idee und dem Konzept dahinter auseinanderzusetzen. Wir sind als Menschen individuell, und unsere Körper sind es auch. Was dem einen gut tut, kann einen anderen unglücklich machen, manchmal sogar schaden.
Aber die Welt der Ernährung ist so spannend, und die ketogene Ernährung so vielversprechend, dass sich ein Blick in diese Richtung wirklich lohnt!

Dr. Sandra Artinger

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